Hygienische vs. chirurgische Händedesinfektion: Unterschied, Einwirkzeiten und richtige Technik

Händedesinfektion ist die wirksamste Einzelmaßnahme gegen die Übertragung von Krankheitserregern – in der Arztpraxis genauso wie in Pflege, Kita oder Fußpflege. Dabei werden zwei Verfahren unterschieden, die oft verwechselt werden: die hygienische und die chirurgische Händedesinfektion. Beide nutzen alkoholische Einreibepräparate, verfolgen aber unterschiedliche Ziele.

Die hygienische Händedesinfektion – der Alltagsstandard

Die hygienische Händedesinfektion reduziert die sogenannte transiente Flora: Keime, die bei Kontakt mit Menschen, Oberflächen oder Material auf die Haut gelangen. Sie ist der Standard vor und nach Patientenkontakt, nach dem Ausziehen von Handschuhen, vor aseptischen Tätigkeiten und nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material.

So funktioniert sie: Eine hohle Hand voll Desinfektionsmittel (etwa 3 ml) in die trockenen Hände geben und so einreiben, dass alle Bereiche benetzt sind – die Hände müssen über die gesamte Einwirkzeit feucht bleiben. Als Faustregel gilt eine Einwirkzeit von 30 Sekunden. Maßgeblich ist immer die Angabe des Herstellers; bei erweitertem Wirkspektrum, etwa viruzider Wirksamkeit, können längere Zeiten erforderlich sein.

Die chirurgische Händedesinfektion – vor Eingriffen

Die chirurgische Händedesinfektion geht deutlich weiter: Sie reduziert zusätzlich die residente Hautflora und wird vor operativen Eingriffen durchgeführt. Einbezogen werden nicht nur die Hände, sondern auch die Unterarme. Die Einwirkzeit ist produktabhängig und liegt je nach Präparat meist zwischen 90 Sekunden und 3 Minuten – auch hier gilt die Herstellerangabe.

Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden

  • Zu wenig Mittel: Trocknen die Hände vor Ablauf der Einwirkzeit, war die Menge zu gering – nachdosieren.
  • Benetzungslücken: Daumen, Fingerkuppen, Fingerzwischenräume und Nagelfalze werden am häufigsten vergessen.
  • Schmuck und künstliche Nägel: Ringe, Uhren und Gelnägel verhindern eine vollständige Benetzung und gehören im Dienst abgelegt.
  • Feuchte Hände: Desinfektionsmittel immer auf trockene Hände geben – Restfeuchte verdünnt das Präparat.
  • Einwirkzeit abkürzen: Wer die Zeit nicht einhält, verschenkt die Wirkung.

Welches Mittel ist das richtige?

Für Praxis, Pflege und Gewerbe haben sich gebrauchsfertige alkoholische Präparate bewährt, die ohne Verdünnen direkt aus der Flasche oder dem Spender verwendet werden. Ein Beispiel aus unserem Sortiment ist desderman von Schülke – begrenzt viruzid und mit rückfettenden Bestandteilen für die häufige tägliche Anwendung. Weitere Produkte finden Sie in unserer Kategorie Händedesinfektion.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformation lesen.